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Seminar Herz Jesu / Über das Priestertum |
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| Inhalt: |
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| 1. In den Fußstapfen
des Ewigen Hohenpriesters |
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2."Wußtet ihr nicht,
daß ich in dem sein muß, was meines
Vaters ist?" (Lk 2,49)
- die Berufung |
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| 3. "Meine Kindlein, noch
einmal leide ich um euch Geburtswehen, bis
Christus in euch Gestalt gewonnen hat."
(Gal. 4,19) - die Formung |
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| 4. "Christus heri - hodie
- ipse et in saecula." "Christus
ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit."
(Hebr. 13,8) |
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| 5. "Kommt und seht"
(Joh. 1,39): Das internationale Priesterseminar
Herz Jesu in Zaitzkofen |
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| 1. In den Fußstapfen
des Ewigen Hohenpriesters |
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Es ist eine unbeschreibliche Freude und
ein Vorrecht, Gott in seiner Kirche auf
Erden dienen zu dürfen; mehr noch:
es ist dies eine Gnade, also ein ganz und
gar ungeschuldetes Geschenk, das jede andere
Ehre und Würde auf Erden übertrifft. |
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Denn das katholische Priestertum ist
eine sakramentale Teilhabe am Priestertum
Jesu Christi, das seinerseits auf der Vereinigung
der zweiten göttlichen Person mit einer
menschlichen Natur beruht. Unser Herr Jesus
Christus ist Priester auf ewig nach der
Ordnung des Melchisedech (Ps. 109,4; Hebr.
7,17) durch die Salbung seiner Menschheit
mit der Gottheit im Augenblick der Annahme
dieser menschlichen Natur im reinsten Schoße
Mariens. Folglich rührt der menschliche
Priester an Göttliches. Er und nur
er ist dazu berufen, in sichtbarer Weise
das ewige Priestertum Jesu Christi auf Erden
darzustellen und dessen Erlösungswerk
bis ans Ende der Zeiten fortzusetzen: Im
heiligen Meßopfer, welches das Kreuzesopfer
von Kalvaria auf den Altären der Christenheit
in unblutiger Weise erneuert und fortsetzt,
betet er die allerheiligste Dreifaltigkeit
im Namen der ganzen Kirche an und verherrlicht
den Allerhöchsten durch den Lobpreis
des fleischgewordenen Wortes; er dankt für
alle Gnaden und Gaben, die Gott täglich
auf die Kirche und die Seelen ausgießt,
entsühnt das Menschengeschlecht durch
die Aufopferung des Blutes des geschlachteten
Lammes und bittet um Segen und Wohlgefallen
am göttlichen Thron der Barmherzigkeit.
Wie sehr der Ewige Hohepriester und sein
menschliches Werkzeug eins sind, offenbaren
die Wandlungsworte im heiligen Geschehen:
Hoc est Corpus meum - hic est Calix sanguinis
mei: Das ist mein Leib - das ist der Kelch
meines Blutes, sprechen die Lippen des Dieners
des Heiligtums, wohlwissend, daß der
Altar nicht seinen Leib und sein Blut birgt,
sondern Leib und Blut Jesu Christi, in dessen
Person er handelt. Nun ist aber der göttliche
Heiland Opferpriester und Opferlamm; also
muß auch sein menschliches Werkzeug
in der Angleichung an sein göttliches
Herz als Opfergabe in Abtötung und
Selbstverleugnung jene Gnaden mitverdienen,
die es ausspenden soll. Als sacerdos et
victima - Priester und Opferlamm - ist der
Priester dazu berufen, am Leib Christi,
der Kirche, das zu ersetzen, was vom Leiden
Christi noch aussteht (Kol. 1,24). |
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Der Priester als guter Hirt nährt
die ihm anvertraute Herde in der göttlichen
Lehre, er predigt das Evangelium, verkündet
den Glauben, bricht das Brot der Wahrheit,
widerlegt den Irrtum und zerstört die
Finsternis des Zweifels und Un-glaubens.
"Der Glaube kommt vom Hören",
sagt der hl. Paulus und läßt
dieser Feststellung die Worte vorausgehen:
"Wie sollen sie hören, wenn ihnen
niemand predigt? Wie kann man aber predigen,
wenn man nicht gesandt ist?" (Röm.
10,14-17). Nun besteht aber das ewige Leben
darin, daß "sie Dich, den alleinigen
Gott, erkennen und den Du gesandt hast,
Jesus Christus" (Joh. 17,3). Also besteht
ein untrennbarer Zusammenhang zwischen der
priesterlichen Verkündigung auf der
einen Seite und der Zahl und dem Verdienst
der Auserwählten des Himmels auf der
anderen Seite. |
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Der katholische Priester ist Ausspender
der Geheimnisse Gottes in den Sakramenten,
die uns erscheinen wie sieben bis zum Rande
mit dem Opferblut Christi gefüllte
Kelche. In der heiligen Taufe gebiert er
die Seelen zum übernatürlichen
Leben; er bereitet sie auf die Stärkung
im Firmsakrament vor und reinigt im Beichtstuhl
den verlorenen Sohn von Sünde und Schuld.
Er nährt die Hungernden mit dem Brot
der Engel, er bereitet die Seelen durch
das Viatikum und das heilige Öl auf
die lange Reise in die Ewigkeit und die
ewige Kommunion des Himmels vor. Er begleitet
den Sarg zum Friedhof. Er segnet die Ehen
ein, erweist sich als Ratgeber und Freund
des Christen auf seiner irdischen Pilgerschaft
und als wahrer Vater der christlichen Völker.
Gott hat das Heil des ganzen Menschengeschlechtes
in die Hand des katholischen Priesters gelegt. |
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Der katholische Priester müht sich
um die Festigung und Ausbreitung des Reiches
Gottes auf Erden, er sammelt die christlichen
Familien um den Opferaltar und lädt
sie ein, die Atmosphäre der stillen
Anbetung und Beschauung, der liebenden Hingabe
und der Übung aller Tugenden, welche
Altar und Tabernakel umgeben und einhüllen,
mit in ihr Heim zu nehmen und dieses zu
einem kleinen Heiligtum umzugestalten, wo
Jesus den ersten Platz einnimmt und das
letzte Wort hat. Er unterrichtet den Kindern
den Katechismus, zeigt in Exerzitien den
Menschen ihre ewige Bestimmung auf, er verteidigt
in Vorträgen Wort und Werk der Kirche.
Er gründet gemäß seinen
Fähigkeiten und den Erfordernissen
seiner Zeit in Zusammenarbeit mit den Eltern
katholische Schulen, um die Kinder vor intellektueller,
sittlicher und religiöser Verderbnis
zu bewahren und sie auf ein christliches
Leben vorzubereiten. Als Mittler zwischen
Gott und den Menschen betet er immer wieder
während des Tages und manchmal gar
in der Nacht, um den Segen Gottes auf die
Welt herabzurufen und die Schwierigkeiten,
Nöte und Kreuze der Menschen vor das
Angesicht Gottes zu tragen. Mit einem Wort:
als Diener der Catholica und Romana ist
er "aus den Menschen genommen und für
die Menschen in ihren Angelegenheiten bei
Gott bestellt"
(Hebr. 5,1). |
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| 2."Wußtet
ihr nicht, daß ich in dem sein muß,
was meines Vaters ist?" (Lk 2,49) - die
Berufung |
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"Aber niemand nimmt sich selbst
diese Ehre, sondern nur wer von Gott berufen
ist wie Aaron" (Hebr. 5,4). |
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Wie aber weiß man um seine Berufung?
Kann ein junger Mann bei seinem Eintritt
jemals mit letzter Sicherheit die oben zitierten
Worte des zwölfjährigen Jesusknaben
im Tempel auf sich anwenden? |
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Die Berufung zeigt sich in den konkreten
Umständen: hinreichende körperliche
und geistige Gesundheit sowie sittliche
Reife; ausgewogenes Urteilsvermögen
und hinreichende Intelligenz für die
Studien, wobei ein für das Hochschulstudium
berechtigender Schulabschluß vorausgesetzt
wird; die aufrichtige Absicht, Gott und
seiner Kirche auf Erden zu dienen; eine
großherzige Liebe zu Christus und
den Seelen. |
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Diese Kriterien erhalten ihre objektive
Form im Ruf der Kirche, ohne den selbst
bei bester Absicht keine Berufung vorliegt.
Während seiner sechsjährigen Formung
muß sich der Kandidat mit Hilfe seines
Seelenführers immer wieder prüfen,
um Gottes Willen vor dem entscheidenden
Schritt der Subdiakonatsweihe klar zu erkennen.
Fehlt dem jungen Mann die innere oder äußere
Kraft zum Durchtragen seiner Berufung, so
ist dies ein Zeichen, daß diese nicht
vorliegt. |
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| 3. "Meine
Kindlein, noch einmal leide ich um euch Geburtswehen,
bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat."
(Gal. 4,19) - die Formung |
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Tritt der Anwärter ins Seminar ein,
so erwarten ihn zunächst die fünftägigen
geistlichen Übungen nach dem hl. Ignatius
von Loyola. Sein erstes Jahr, eine Art Noviziat,
soll ihn für sein ganzes späteres
priesterliches Leben prägen: er erhält
neben dem Sprachunterricht in Latein (und
eventuell Griechisch und Hebräisch)
fast täglich Vorlesungen in Spiritualität.
Dazu kommt die Hinführung zur Heiligen
Schrift, die Einführung in die Liturgie
und die Besprechung der wichtigsten päpstlichen
Enzykliken der letzten 200 Jahre die heutigen
Zeitirrtümer betreffend. Auch der Gregorianische
Choral bedarf einer gründlichen Einführung
und Übung. Am Fest Mariä Lichtmeß
empfängt er dann das geistliche Gewand,
die Soutane. |
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Nach den Sommerferien, die unser junger
Freund dem Apostolat bei Jugendlagern, in
Exerzitienkursen oder in einem Priorat widmet,
erwartet ihn das zweijährige Studium
der Philosophie gemäß der Scholastik:
Kosmologie (von den Körperdingen),
Psychologie (von der menschlichen Seele),
Kriteriologie (von der menschlichen Erkenntnis),
Ontologie (Lehre vom Sein), Ethik (vom richtigen
Handeln), Logik (vom richtigen Denken) und
schließlich als Krönung die Theodizee,
die philosophische Gotteslehre. Daneben
treten die Apologetik und Fundamentaltheo-logie,
um das Gesamtgebäude der Theologie
auf eine wissenschaftlich einwandfreie Grundlage
zu stellen; sie vermitteln die grundlegenden
Wahrheiten über die Offenbarung und
die Kirche. Die Exegese verhilft zu einem
vertieften Verständnis der Heiligen
Schrift. Der geistliche Höhepunkt des
zweiten Jahres ist die Tonsur, durch welche
der Kandidat in den Kleriker-stand aufgenommen
wird. Im dritten Jahr empfängt er bereits
die ersten niederen Weihen, das Ostiariat
und das Lektorat. Dem Ostia-rier (Türhüter),
dem bei der Weihe die Kirchenschlüssel
übergeben werden, ist die treue Sorge
für das Haus Gottes bei Tag und Nacht
anvertraut; er muß auch die Glocken
läuten. Durch Wort und Beispiel soll
er die unsichtbaren Gottestempel, die Seelen,
dem Teufel verschließen. Mit der Weihe
zum Lektor erhält er die Befugnis zum
Vortragen der Lesungen im Offizium und zum
Singen der Epistel im nicht levitierten
Amt. |
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Der Schwerpunkt des 4. - 6. Jahres liegt
auf der Theologie. Die Hauptfächer
sind dementsprechend Dogmatik (zur tieferen
Durchdringung der Glau-benswahrheiten auf
der Grundlage der Theologischen Summe des
hl. Thomas von Aquin) und Moraltheologie
(die Betrachtung der christlichen Sittenlehre,
d.h. des menschlichen Handelns unter dem
Aspekt von Tugend- oder Sündhaftigkeit).
Daneben werden Exegese (2. - 6. Jahr), Kirchengeschichte
(3. - 6. Jahr), Liturgik (Analyse und Verständnis
des göttlichen Kultes - Meßopfer,
Offizium, Sakramente - und dessen Geschichte)
und Pastoraltheologie (die Anwendung des
spekulativen Glaubenswissens und dessen
Nutzbarmachung für die Seelsorge nach
dem Grundgesetz der Kirche "Salus animarum
suprema lex") gelehrt. In das vierte
Jahr sind die Weihen zum Exorzisten und
Akolythen eingebettet. Der Exorzist empfängt
die Gewalt, die bösen Geister auszutreiben;
allerdings ist diese ausdrücklich an
die Erlaubnis des Ortsbischofs gebunden;
ihre Ausübung wird praktisch nur wenigen
Priestern in der Diözese erlaubt. Der
junge Kleriker ist aufgerufen, sich selbst
aus der Sklaverei des bösen und unreinen
Geistes zu befreien. Mit der Akolythenweihe
nähert sich der Seminarist dem Altar;
er soll nämlich die brennende Kerze
tragen und im nicht levitierten Hochamt
Wasser und Wein als Opfermaterie reichen. |
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O unergründliches und erhabenes
Geheimnis der heiligen Weihen:
"... nicht mehr ich lebe, sondern Christus
lebt in mir!" (Gal. 2,20) |
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Die beiden höheren Weihegrade vor
der Fülle des Priestertums vermitteln
im fünften Jahr das Subdiakonat und
das Diakonat. Mit dem Subdiakonat fällt
der unwiderrufliche Entscheid zum kirchlichen
Dienst. Der Zölibat besiegelt die Ganzhingabe
an Gott, wandelt natürliche Fruchtbarkeit
in eine erhöhte, übernatürliche
Lebensspendung und führt ein in die
"beseligende Freiheit und Herrlichkeit
der Kinder Gottes" (vgl. Röm.
8,21). Mit diesem Entschluß spricht
der Kandidat ebenfalls sein "Ja"
zum täglichen Breviergebet, welches
Würde und Bürde zugleich ist.
Im Namen der Kirche verrichtet er das Opus
Dei, das Gebet Christi zur Verherrlichung
des himmlischen Vaters. Ab jetzt steht er
voll und ganz im Dienst der Kirche und wird
bereits in die Nähe des Opfergeschehens
in der heiligen Messe gerückt. |
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Die Weihe zum Diakon (griech. diakonos
= Diener), die er zwei Monate nach der Subdiakonatsweihe
empfängt, hat bereits sakramentalen
Charakter; sie vermittelt nicht nur heilige
Gewalten und aktuelle Gnade, sondern auch
heiligmachende Gnade und ein unauslöschliches
Merkmal in der Seele. Der Diakon dient dem
Priester am Altar beim heiligen Opfer; er
tauft und predigt. |
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Das ganze Studium ist eingebettet in
ein intensives religiöses Leben, das
die heilige Messe, dreimaliges Chorgebet
am Tag, Betrachtung, Rosenkranz, Kreuzweg
oder Sakramentsandacht in der Kommunität
vorsieht. Im Seminar können die verschiedenen
besonderen Zeiten des Kirchenjahres mit
einer Feierlichkeit und Tiefe begangen werden,
die man auf der Welt wohl kaum mehr findet.
So hinterläßt diese harmonische
geistige Formung in doctrina cum pietate
(Lehre verbunden mit Frömmigkeit) eine
tiefe Prägung in der Seele des zukünftigen
Priesters. |
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Die Priesterweihe krönt die sechs
Jahre des Studiums, des Kampfes und Opfers
und besiegelt die höchste, wunderbarste
Berufung, der ein Mensch auf dieser Erde
gewürdigt werden kann. |
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Das Adsum spricht der Seminarist zum
erstenmal vor der Tonsur; "adsum!"
spricht er auf jeder der sieben Stufen,
auf denen er zum Altare Gottes aufsteigt,
wenn sein Name zur Weihe aufgerufen wird: |
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Adsum - Herr, hier bin ich, sende mich! |
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| 4. "Christus
heri - hodie - ipse et in saecula." "Christus
ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit."
(Hebr. 13,8) |
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Das Priestertum in der nachkonziliaren
Kirche |
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Viele Priester haben seit dem Konzil
den Glauben an ihr Priestertum verloren,
80.000 haben ihr heiliges Amt aufgegeben.
So stellen sich für den Aspiranten
des Dienstes am Altar drei lebenswichtige
Fragen: seine Ausbildung, seine Weihe und
sein späteres Wirken. |
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Seine Ausbildung |
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Vollzieht sich diese gemäß
den Weisungen der Päpste, sie ganz
auf den hl. Thomas von Aquin und die scholastische
Methode aufzubauen? Wo die Ontologie ersetzt
wird durch das innere Erlebnis, die objektive
Norm für das rechte menschliche Handeln
durch die Situationsethik, das objektive
Denken durch subjektivistische und rela-tivistische
Meinung, dort hängt der Haussegen der
Priesterausbildung schief. Auf Hegel, Heidegger
oder Sartre läßt sich schlechterdings
keine katholische Theologie aufbauen. |
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Sodann soll der Glaube und die Heiligkeit
des Lebens oberste Norm in der Formung des
zukünftigen Priesters sein, nicht stolzer
Wissenschaftsdünkel. Die richtige Theologie
ist immer lebensnah und führt ganz
von selbst zur richtigen Pastoral. |
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Seine Weihe |
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Das von Christus seiner Kirche eingestiftete
Priestertum wird unter dem Angriff einer
zahllosen progressistischen Theologenschaft
immer mehr im allgemeinen Priestertum der
Laien eingeebnet. Diese falsche Auffassung
fand ihren Niederschlag auch im neuen Weiheritus,
der gegenüber dem überlieferten
eine wesentliche Verarmung, ja sogar Zweideutigkeiten
mit sich bringt. Bei der Überreichung
der Opferelemente Brot und Wein sprach der
Bischof früher: "Empfange die
Gewalt (potestatem), Gott das Opfer darzubringen
und Messen zu feiern sowohl für Lebende
als auch für Verstorbene." Im
nachkonziliaren Ritus sagt er: "Empfange
die Gott darzubringende Gabe des heiligen
Volkes." Man fragt sich: Kommt jetzt
die heilige Gewalt des Priesters vom Volk,
und wird in der Messe kein Opfer mehr dargebracht?
Die letzte Handauflegung, durch welche im
alten Ritus die Gewalt der Sündenvergebung
entfaltet ist, entfällt im neuen. |
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Sein späteres Wirken |
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Will der Priester heute dem katholischen
Lehramt und seiner Kirche treu bleiben,
so muß er allzuoft den Löwenanteil
seiner Kräfte für die Abwehr zerstörerischer
Angriffe von seiten der ständigen Diakone,
Pastoralassistenten, des Pfarrgemeinderates
und mündiger Laien, mit einem Wort
der "anderen Hierarchie" aufwenden.
Gibt es da wohl eine Alternative zum positiven
Neuaufbau der christlichen Heilseinrichtungen
- Ehe und Familie, katholische Schule und
Erziehungsarbeit, Priesterausbildung und
Ordensleben - im Kreis von Priesterfreunden,
die in kleinen Gemeinschaften zusammenleben
und sich gegenseitig stärken? Die Überwindung
der Krise und die Erneuerung der Kirche
führt über die Erneuerung des
katholischen Priestertums: instaurare omnia
in Christo - alles in Christus erneuern. |
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Das war die besondere, von der göttlichen
Vorsehung Erzbischof Lefebvre anvertraute
Mission. Er selbst spricht davon in seinem
Geistlichen Wegweiser: Eines Tages hatte
er in der Kathedrale von Dakar eine Art
Traum, d.h. ein besonderes Licht Gottes;
er sah darin die Notwendigkeit, "angesichts
des fortschreitenden Verfalls des priesterlichen
Ideals das katholische Priestertum unseres
Herrn Jesus Christus weiterzugeben in der
ungetrübten Reinheit der Lehre, in
seiner grenzenlosen missionarischen Liebe,
so wie er es seinen Aposteln übertragen
hat und so wie es die römische Kirche
bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weitergegeben
hat". |
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| 5. "Kommt
und seht" (Joh. 1,39): Das internationale
Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen |
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Das Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen,
untergebracht in dem im 18. Jahrhundert
von den Grafen von Königsfeld erbauten
Schloß, das später den Weißen
Vätern und dann den Mariannhiller Patres
gehörte, liegt an der Strecke zwischen
Regensburg und Landshut, und ist trotz seiner
Abgele-genheit verkehrstechnisch gut zu
erreichen. Die herbe Schönheit und
Abgeschiedenheit der niederbayrischen Landschaft
ist den Studien und der völligen Hinwendung
zu Gott sehr zuträglich und sichert
den angehenden Priestern einige Jahre des
Kräfteschöpfens in einer von IHM
durchdrungenen Umgebung, fern von Verkehrslärm,
Unruhe und Ablenkungen der Welt. Viele auch
der älteren Priester wissen dies zu
schätzen und verbringen hier gerne
immer wieder ein paar Tage der Erholung. |
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Ein besonderes Schmuckstück ist
der Schloßpark auf der Rückseite
des Seminars. Hier finden die alljährlichen
Priesterweihen statt. Auf dem Seminargelände
befindet sich gegen Nordwesten die Schreinerei.
In ihr entstehen unter der Hand der Brüder
Kirchengestühl, Sakristeieinrichtungen
und Mobiliar für das Seminar und die
Priorate. Die Erzeugnisse des gegenüberliegenden
Obst- und Gemüsegartens sowie des Bienenhauses
sind in der Küche und bei Tisch höchst
willkommen. |
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Das eigentliche Zentrum des Seminars
bilden die beiden Kapellen, wo Gott selbst
über seine Schar wacht. Da ist die
große Immaculata-Kapelle in einem
eigenen Trakt, in welcher die Kommunitätsmessen,
Ämter und kirchlichen Feierlichkeiten
stattfinden, mit französischer Kon-zertorgel
und zwei Sakristeien. Innerhalb des Hauptgebäudes
liegt die St.-Anna-Kapelle, wo gewöhnlich
stille heilige Messen, einschließlich
der abendlichen Betrachtungsmesse gefeiert
werden - ein wirkliches Kleinod, das zu
jeder Zeit die geeignete Atmosphäre
ausstrahlt, um die Seele zu Gott zu erheben. |
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Am Seminar unterrichten insgesamt sieben
Priester, welche alle als Dozenten in ihren
Spezialgebieten eingesetzt sind. Ihnen obliegt
auch die Seelenführung der Seminaristen.
Dazu kommen geistliche Vorträge und
die Erwachsenenbildung für die Gottesdienstbesucher
sowie die Betreuung von auswärts gelegenen
Kapellen. Das Kollegium der Referenten wird
ergänzt durch einen Sprachenlehrer
aus dem Laienstand. Einer der Patres kümmert
sich in besonderer Weise um das Noviziat
für die Laienbrüder, das ebenfalls
im Hause angesiedelt ist. Den insgesamt
zehn Brüdern obliegt die Sorge um Kirchenschmuck
und Sakristei, um Küche und Hausmeisterdienst
und auch um den Katechismusunterricht für
die Kinder. |
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Etwas eigenständiger leben die Oblatinnen;
sie haben eine Klausur bei der Immaculata-Kapelle
und helfen nach Kräften in Schneiderei,
Haushalt und Büro mit. |
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Zum Hause gehören auch Tertiare
und Familiare, die voll in die Gemeinschaft
integriert sind, sowie Zivilangestellte,
welche sich um die Verwaltung, Wäscherei
und den Pfortendienst kümmern. |
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Über das gewöhnliche Apostolat
hinaus bietet Zaitzkofen jährlich mehrmals
Exerzitien für Männer an, sowie
die Möglichkeit für jüngere
männliche Besucher, innerhalb der Gemeinschaft
die Höhepunkte des liturgischen Jahres
mitzuerleben. |
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Das Seminar gibt auch einen Rundbrief
heraus, der dreimal im Jahr erscheint, um
den Priestern und Gläubigen einige
Informationen über die Entwicklung
zu vermitteln und ihnen die Wichtigkeit
des Gebetes für viele gute Arbeiter
im Weinberg des Herrn in Erinnerung zu rufen.
Das Wirken nach innen wie auch das Wirken
nach außen ist undenkbar ohne den
Hintergrund des unauffälligen geistigen
Strebens, des Opfers und des Gebetes der
Gemeinschaft und des einzelnen, um die notwendigen
Gnaden und den Segen des Himmels zu erflehen,
welcher offenkundig auf der Bruderschaft,
ihren Seminaren, Schulen, Exerzitienhäusern
und Prioraten ruht, in denen der Neupriester
nach seiner Weihe ein großes und schönes
Arbeitsfeld findet, welches ihn seine Berufung
als eine Freude, ein Vorrecht und eine Gnade
Gottes erleben läßt. |
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Priester und junge Männer,
die das Seminar näher kennenlernen
wollen, sind stets für einige Tage
auf Besuch bei uns herzlich willkommen |
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© 2006 Priesterbruderschaft
St. Pius X. - Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen |
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