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Seminar Herz Jesu / Brüder |
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Das Priesterseminar Herz Jesu ist auch
die Ausbildungsstätte der Ordensbrüder
für den deutschsprachigen Raum. Die
Brüder empfangen keine Weihen, sondern
schenken Gott ihr Leben durch die drei Ordensgelübde
der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams.
Sie dienen Christus vor allem in seinen
Priestern, deren Apostolat sie auf verschiedene
Weisen unterstützen und erleichtern.
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Die Brüder führen wie die Priester
in erster Linie ein Leben des Gebets, zu
dem die tägliche hl. Messe, die Betrachtung,
der Rosenkranz und das Lesen geistlicher
Schriften gehört. Dazu finden sie ihren
Einsatz in Sakristei, Werkstatt oder Küche.
An den Schulen können sie auch als
Erzieher eingesetzt werden.
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Voraussetzung für die Aufnahme als
Bruderpostulant ist eine abgeschlossene
Berufsausbildung. Nach einem Jahr des Postu-lats
empfangen die Brüder die Soutane und
beginnen das einjährige Noviziat. In
diesen zwei Jahren erhalten sie eine geistliche
Ausbildung durch verschiedene Unterrichtsfächer,
wie Spiritualität, Einführung
ins Ordensleben, Liturgie und gregorianischer
Gesang. Nach diesen zwei Jahren können
die Novizen ihre ersten Gelübde ablegen,
die zunächst auf ein Jahr begrenzt
sind. Nach insgesamt neun Jahren zeitlicher
Gelübde können sie die ewige Profeß
ablegen. |
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| Inhalt: |
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I. Selig die Armen im Geiste,
denn ihrer ist das Himmelreich
- Das Gelübde der Armut |
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II. Selig die Trauernden,
denn sie werden getröstet werden
- Das Gelübde der Keuschheit |
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III. Selig die Sanftmütigen,
denn sie werden das Land erben
- Das Gelübde des Gehorsams |
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IV. Selig, die hungern und
dürsten nach der Gerechtigkeit,
denn sie werden gesättigt werden |
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| V. Selig die Barmherzigen,
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen |
 |
| VI. Selig die reinen Herzens
sind, denn sie werden Gott schauen |
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| VII. Selig die Friedensstifter,
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden |
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VIII. Selig die um der Gerechtigkeit
willen Verfolgung leiden,
denn ihrer ist das Himmelreich |
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Meister, wo wohnst Du? Kommt
und seht! (Jo 1,39) -
Ordensbruder der Priesterbruderschaft St.
Pius X. |
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Das Nachtgebet im Hause des Herrn:
"In Deine Hände, Herr, empfehle
ich meinen Geist" - mit der gesungenen
Komplet in der Gemeinschaft findet der Tag
seinen friedvollen Abschluß. |
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| Selig, die in Deinem Hause wohnen |
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Ein junger Mensch, der sich entschließt,
in das Ordensleben einzutreten, tritt damit
gewissermaßen in den Stand der ‚Seligen'
ein, derer, die bereits auf dieser Welt
das Glück haben, im Hause des Herrn
wohnen zu dürfen. So trifft in besonderer
Weise auf ihn das Wort des Herrn zu: "Nicht
mehr Knechte nenne Ich euch, Freunde habe
Ich euch genannt" (Jo 15,15). |
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Allerdings ist diese Seligkeit von ganz
anderer Art, als die Welt sie einem anzubieten
scheint. Es ist nämlich die Seligkeit
der Freunde Christi, die hienieden immer
auch die Seligkeit Christi des Gekreuzigten
ist. Ihr äußerer Rahmen ist die
Ordensregel, ihr innerer Maßstab sind
die acht Seligpreisungen Jesu (Mt 5,3ff). |
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I. Selig die
Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich
Das Gelübde der Armut |
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Glücklich die Brüder, die in
der Übung dieses Gelübdes großmütig
sind, denn sie werden große Gnaden
für ihr Gebetsleben erhalten (BR 25)*.
Die Armut des Ordensmannes muß in
erster Linie die Armut des Geistes sein,
der innerliche Verzicht auf die Reichtümer
und Eitelkeiten dieser Welt, um das Herz
frei zu machen für Gott. Die äußere
Armut, die er auf sich nimmt, ist ein Mittel,
das diesen Geist der Armut und die Läuterung
des Herzens fördert. So hat er keinen
persönlichen materiellen Besitz, doch
dafür gibt ihm die Armut ein Anrecht
auf die Erbarmungen Gottes. Gott als der
liebste Vater sorgt dafür, daß
der Berufene einerseits durch den Orden
alles Notwendige erhält und keinen
äußeren Mangel leidet. |
 |
Andererseits lenkt Gott durch Seine Gnade
das Herz des Mutigen in Liebe zu Sich hin,
so daß jener die Hinfälligkeit
und Gefährlichkeit überflüssiger
Besitztümer zu erkennen lernt und das
Bedürfnis danach verliert. So darf
er alle weltlichen Sorgen zurücklassen
und die Vereinigung mit Gott läßt
seinen Wandel schon jetzt 'im Himmel' sein.
(*BR = Brüderregel der Priesterbruderschaft
St. Pius X.) |
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II. Selig die
Trauernden, denn sie werden getröstet
werden
Das Gelübde der Keuschheit |
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Christus selbst hat während Seines
Erdenlebens die zwei Hauptlebensstände
gelehrt und gesegnet. Er hat für die
in der Welt lebenden Menschen den Ehestand
zur ursprünglichen Heiligkeit zurückgeführt
und zum Sakrament erhoben. So ist die christliche
Ehe nach Gottes Willen gewürdigt, Abbild
der unlöslichen Verbindung Christi
mit der Kirche zu sein, indem der Mann Christus
versinnbildet und die Frau unsere heilige
Mutter Kirche. Gott selbst hatte von Anfang
an die Ehe eingesetzt; Er hatte dem Mann
die Frau zugeführt als Gefährtin.
Neben dem Hauptehezweck, den Kindern, hat
der Schöpfer so den Menschen den größtmöglichen
natürlichen Trost, den des liebenden,
mitfühlenden Lebenspartners schenken
wollen. |
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Indes hat Jesus, ohne die Notwendigkeit
der Familie und den Wert des Ehestandes
zu schmälern, einen zweiten Stand ins
Leben gerufen, den des Gottgeweihten. Dabei
hat Er nie einen Zweifel daran gelassen,
daß dieser der höhere ist. Ist
die Ehe nämlich Abbild, Zeichen für
die Vereinigung mit Christus, so wird dieses
Abbildhafte im Leben des Gottgeweihten bereits
Wirklichkeit. Dieses Geheimnis begreifen
aber nur jene, denen es, wie Jesus sagt,
von Gott gegeben ist (vgl. Mt 19,11). Der
Verzicht auf den Trost der Ehe ist Voraussetzung
für den stillen Weg der geistlichen
Berufung. Die Seele, die bereit ist, im
täglichen Ringen immer mehr sich Gott
hinzugeben, wird dafür den Trost spürbarer
Gnadenhilfe nicht vermissen und die unvergleichbare
Freude des gottgeweihten Lebens erfahren
dürfen. Darüber hinaus erhält
der Bruder in der Priesterbruderschaft eine
herzliche geistliche Familie, die durch
den tief religiösen Geist, den Geist
der Stille, der Einung mit Gott und die
brüderliche Liebe (BR 23) Rückhalt
und Kraft spendet. |
 |
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III. Selig die
Sanftmütigen, denn sie werden das Land
erben
Das Gelübde des Gehorsams |
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Ist das Gelübde der Armut die Loslösung
vom irdischen Besitz, das der Keuschheit
vollkommene Absage an den Trost der Ehe
und die gottgegebene Sexualität, so
ist das Gehorsamsgelübde gewissermaßen
der Verzicht auf den eigenen Willen. Es
ist dies die Treue gegenüber dem Willen
Gottes, der sich einerseits durch die Oberen
offenbart, andererseits sich kundtut in
den auferlegten Widerwärtigkeiten des
Lebens wie Krankheit, Unfall und Prüfungen
(BR 22). |
 |
Basis des Gehorsam ist das liebende Vertrauen
auf die allumfassende und - über alle
menschliche Fehlbarkeit - unfehlbare Vorsehung
Gottes. Wie eine Leitplanke bewahrt der
Gehorsam den Ordensmann davor, vom rechten
Weg abzukommen. Er findet seinen vollkommensten
Ausdruck in der Sanftmut, denn er schenkt
der Seele die heitere Sicherheit der Gotteskindschaft
und macht sie so zum Erben des verheißenen
Landes. |
 |
Die ersten drei Seligpreisungen deuten
also in besonderer Weise die sogenannten
Evangelischen Räte an. Diese bilden
seit dem hl. Benedikt, dem Vater des abendländischen
Mönchtums, das objektive Fundament
jeden Ordenslebens. |
 |
Die jungen Männer, die das Postulat
in der Bruderschaft beginnen (d.i. die einjährige
Probezeit vor der Einkleidung), müssen
begreiflicherweise darüber hinaus gewisse
subjektive Voraussetzungen erfüllen;
sie sollen nämlich über eine gediegene
Gesundheit verfügen und seelisch ausgeglichen
sein. |
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Sie kommen aus verschiedenen Ländern,
Berufen, Lebensverhältnissen und Altersgruppen
und können demnach recht unterschiedliche
Kenntnisse, Anlagen und Begabungen mitbringen.
Eines aber zeichnet sie alle aus, das ist
schlicht und einfach der ernste Wille, Gott
auf diesem Wege zu dienen und sich mit Seiner
Hilfe zu heiligen. |
 |
| IV. Selig, die
hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit,
denn sie werden gesättigt werden |
 |
Dieses Hungern und Dürsten nach
der Gerechtigkeit (= Heiligkeit) ist nichts
anderes als die gelebte Sehnsucht nach der
immer tieferen Vereinigung mit Gott, Der
allein das Glücksstreben des Menschen
erfüllen kann. Das ist genau das eigentliche
Ziel, der tiefste Sinn und die erste Bestimmung
des Ordensstandes: die Ehre Gottes, die
eigene Heiligung und das Heil der Seelen
(BR 3), und zwar nicht in erster Linie durch
äußeres Apostolat, sondern durch
ein eher verborgenes Leben des Opfers und
des Gebetes. |
 |
Der Bruder der Priesterbruderschaft,
der der Ordenssatzung entsprechend, dennoch
ein durchaus tätiges Leben führt,
wird alle seine Arbeiten zum Gebet machen.
Das heißt im Konkreten: der feste
Rahmen des Gebetes - der geformt wird durch
hl. Messe, Betrachtung, Stundengebet (3
Horen) und Rosenkranz - umgibt, durchdringt,
trägt, schützt und heiligt alle
anfallenden Tätigkeiten jeden Tages.
So wird das ganze Leben nach dem Maße
der Hingabe immer tiefer erlebt als immerwährendes
Gebet. Der himmlische Vater schenkt das
Glück einer persönlichen Gottesbeziehung
und sättigt mit Friede, Freude und
Kraft, die über alle Kreuze und Finsternisse
dieser irdischen Pilgerschaft triumphieren. |
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| V. Selig die
Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit
erlangen |
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Ohne Zweifel ist der aufopfernde Dienst
des Ordensmannes ein Werk innerer und äußerer
Barmherzigkeit. Der Gottgeweihte ist gewürdigt,
durch sein Leben der Abtötung und des
Opfers in der Vereinigung mit dem leidenden
Heiland, quasi Blitzableiter zu sein für
den gerechten Zorn Gottes. Der Berufene
nimmt dabei in zweifachen Weise die Stellung
des Moses ein. Dieser nämlich trat
unter Einsatz des eigenen Lebens als flehender
Fürbitter bei Gott ein, als Dieser
ob der Frevel des Volkes dasselbe gänzlich
vernichten wollte, und er fand Erhörung
(vgl. Ex 32,32f). Ein zweites Mal rettete
er das Volk, als er während einer schweren
Schlacht gegen die überlegenen Amalekiter
die Hände unentwegt im Gebete zum Ewigen
erhob. Senkte er die Arme, gewann der Feind
die Oberhand, solange er sie aber gen Himmel
streckte, blieb das Schlachtglück auf
seiten seiner Leute, bis zuletzt der Sieg
errungen war (Ex 17,8ff). |
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Ebenso steigt das immerwährende
Gebet des Ordensmannes zum ewigen Vater
empor und ruft Seine Erbarmungen auf ihn
selbst und das ganze christliche Volk herab,
damit es in den schweren (Glaubens-) Kämpfen
dieser Tage bestehen kann. |
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| VI. Selig die
reinen Herzens sind, denn sie werden Gott
schauen |
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Die Gnaden der Sakramente, das Wohnen
im Hause des Herrn, das treue Leben nach
den Evangelischen Räten und den Weisungen
des Seelenführers läutern den
Gottgeweihten nicht nur von schlechten Neigungen,
vom Ballast unguter Erinnerungen und Wünsche,
von den Unreinheiten der Absicht, von ungeordneter
Selbstliebe, sondern auch von allen überflüssigen
weltlichen Sorgen.
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So wird das Herzensauge nach und nach
lichthell und beginnt alles aus übernatürlicher
Sicht zu sehen, lernt Gott schon hienieden
immer deutlicher zu 'schauen', sei es in
der Natur, die ja durch ihre unschuldigen
Schönheiten Spiegel der allsorgenden
Liebe ist, sei es durch die tröstliche
Geborgenheit in der Gemeinschaft, sei es
im Erfahren der Nähe Gottes im inneren
Gebet, sei es nicht zuletzt im Umfangen
des täglichen Kreuzes. |
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| VII. Selig die
Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes
genannt werden |
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Mit dem Frieden verhält es sich
wie mit allen Dingen: niemand gibt, was
er nicht hat. Der Bruder der Bruderschaft
ist aufgebrochen, aus der unversieglichen
Quelle allen Friedens selbst zu schöpfen,
dem hlst. Herzen Jesu (nb.: das Noviziat
ist im Herz Jesu-Priesterseminar). Dies
geschieht in erster Linie im hl. Meßopfer,
welches im Zentrum der geistlichen Ausrichtung
der Priesterbruderschaft St. Pius X. steht;
es strahlt seine Gnaden aus auf den ganzen
Tag und befähigt dazu, nach dem Beispiel
des hl. Josef alle anfallenden Tätigkeiten
im Frieden des Herzens treu zu verrichten,
auch dann wenn sie bisweilen ermüdend
und schwer sind. Der heitere Gleichmut und
die friedvolle Gelassenheit unserer Brüder
dient nicht nur den Seminaristen immer wieder
als unaufdringliches, erbauliches Beispiel,
sondern gibt auch den Prioraten und Schulen,
wo die Brüder eingesetzt werden, jene
warme herzliche Atmosphäre, die die
friedlose Welt heute so vermissen läßt. |
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| Zeichen der Zeit |
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"In unserer Messe würdest Du
kaum noch eine Spur von dem alten Kartäuserritus
finden, um so mehr die Aggiornamentofuria
des Padre Bugnini. (…) Proteste der
Ordensleitung haben nichts genützt,
und so exekutieren wir uns selber und versuchen
dabei noch die Ruhe zu behalten." |
 |
Dieser Ausschnitt aus dem Brief von Dom
Benoît Lambres vom 25.9.1973 aus der
Kartause in Valsainte spiegelt den Zustand
der katholischen Kirche, vor allem des Klerus
und aller Ordensgemeinschaften nach dem
II. Vatikanischen Konzil (1962-65) lichtvoll
wieder. Das Konzil hatte sich zur Aufgabe
gemacht, die Kirche der heutigen Welt anzupassen,
in der irrigen Hoffnung, damit bestehende
Mißstände in Geistlichkeit und
Kirchenvolk beseitigen und die Welt zu Gott
zurückführen zu können. Seit
Mitte des 19. Jahrhunderts hatten protestantisierend-liberale
Kräfte sich verstärkt bemüht,
das unwandelbare, auf dem Felsen Petri stehende
Lehrgebäude der katholischen Kirche
auf allen Ebenen zu unterhöhlen und
weltweit aufklärerisches, antikatholisches
Gedankengut einzuschleusen. Diese Versuche
sind bis zum Tode Pius XII. energisch zurückgedrängt,
doch offensichtlich nicht restlos beseitigt
worden. |
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Papst Johannes XXIII. gab als erster
diese notwendige Strenge gegen die Irrtümer
auf. Damit öffnete er der Flut der
Irrlehrer, den Wölfen im Schafspelz,
Tür und Tor, so daß in den folgenden
Jahren und insbesondere auf dem Konzil die
bewahrenden Kräfte verdrängt wurden
und eine gut organisierte liberale Partei
von Kardinälen und Bischöfen die
Oberhand gewann. Innerhalb weniger Jahre
wurden alle einflußreichen Stellen,
in Rom wie in den Diözesen mit Neuerern
besetzt. |
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Schon unter Paul VI., dem folgenden Papst,
gelang es Erzbischof Bugnini, einem nachgewiesenen
Freimaurer, der allerdings das volle Vertrauen
des Hl. Vaters genoß, ein dem Zeitgeist
angepaßtes Glaubensverständnis,
dem bisherigen Glauben vielfach widersprechend,
in den Ritus einer völlig neu gestalteten
Meßliturgie einfließen zu lassen.
Der sog. Novus Ordo, der die bis dahin (im
lat. Raum) allein gültige tridentinische
hl. Messe abgelöst hat, wurde unter
Leitung Bugninis innerhalb von zwei Jahren
in Zusammenarbeit mit sechs Protestanten
zu deren voller Zufriedenheit geschaffen.
Kann das noch ein katholischer Ritus sein? |
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Nun ist die hl. Messe der wichtigste
Ort, an dem der Gläubige mit der Dogmatik,
der gesamten Theologie, in direkte Berührung
gelangt. Sie überliefert die gesamte
Glaubenswahrheit und ist gleichzeitig tiefster
Ausdruck wie höchste Lehrmeisterin
derselben. Das bedeutet: Wenn man eine neue
Messe macht mit Gebeten, die einen neuen,
veränderten Geist und ein anderes Verständnis
enthalten, wird sich nach und nach unweigerlich
der Glaube ändern nach dem immer gültigen
Prinzip: Das Gesetz des Betens bestimmt
das Gesetz des Glaubens. |
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Die Folgen sind heute mehr als deutlich:
grundlegender Mangel an wirklichem Glaubenswissen
bei den jüngeren Priestern wie bei
den Gläubigen (es wird kein Katechismusunterricht
mehr erteilt); eine katastrophale Unsittlichkeit
nicht nur bei der Jugend (die katholische
Sittenlehre kommt überhaupt nicht mehr
zur Verkündigung, und Ärgernisse
jeder Art werden sanktionslos geduldet);
beängstigende Zahlen von Kirchenaustritten
(die Notwendigkeit des Festhaltens am katholischen
Glauben zur Rettung der Seele wird hartnäckig
verschwiegen, und das verweichlichte, fast
nur noch auf rein sozialen Kontakt beschränkte
Gemeindeleben hat vielerorts keine Anziehungskraft
mehr); erschütternde Skandale bis hinauf
in den höheren Klerus, der Abfall von
über 100.000 Priestern seit dem II.
Vatikanum; das Versiegen der geistlichen
Berufungen (die Diözese München-Freising
z.B. hatte 1995 - wohl das erste Mal seit
Gründung der Diözese - keinen
einzigen neuen Seminaristen aus der Diözese,
und der Zusammenbruch nahezu aller Orden
ist nur noch eine Zeitfrage); der Stillstand
der Konversionen (man rät Übertrittswilligen
[wie Frère Roger Schütz von
Taizé oder den Marienschwestern von
Darmstadt], sie sollen doch lieber Protestanten
bleiben) - all dies spricht eine überdeutliche
Sprache. Daß mancherorts noch etwas
bessere Zustände herrschen, ist auf
die wenigen - gegen alle Anfeindung der
Modernen - treu gebliebenen Priester zurückzuführen,
kann aber den gläubigen Katholiken
nicht mehr über das wahre Desaster
hinwegtäuschen. |
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| VIII. Selig
die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung
leiden, denn ihrer ist das Himmelreich |
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| Erzbischof Marcel Lefebvre und
die Priesterbruderschaft St. Pius X. |
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Erzbischof Lefebvre, der zu den treuen,
den Glauben bewahrenden Konzilsvätern
gehörte, gründete 1970 mit Approbation
des Ortsbischofs und Belobigungsschreiben
des Hl. Stuhles die Priesterbruderschaft
St. Pius X. als offizielles Werk der Kirche,
um Priester im wahren, unverfälschten
Glauben auszubilden. Seit 1934 hatte er
ja auf diese Weise bereits zahllose Seminaristen
zum größten Segen der Kirche
herangebildet und hatte sich vor allem in
der Afrika-Mission durch die Gründung
von 21 neuen Diözesen verdient gemacht.
So stand er bei den Päpsten bis hinauf
zu Johannes XXIII. in hohen Ehren. Letzterer
ernannte ihn sogar zum päpstlichen
Thronassistenten. |
 |
Gerade durch seine Treue zur empfangenen
Lehre und die zeitlose Art der Glaubensweitergabe,
die ihm noch kurz vorher zu Lob und Anerkennung
gereicht hatten, wurde er denen, die eine
neue Kirche wollten, immer mehr zum Dorn
im Auge. Die liberale Theologie, die jetzt
in einer Ökumene nach dem Grundsatz
Einheit vor Wahrheit alle Häretiker,
Schismatiker und Irrlehrer hofiert, kennt
nur einen Gegner: die Tradition des katholischen
Glaubens selbst und alle, die daran festzuhalten
suchen.
Der zentrale Angriffspunkt war, daß
der Erzbischof sich weigerte, den neuen
Meßritus anzunehmen, und das mit Recht
- ist doch die tridentinische hl. Messe
bis zum Ende der Zeiten durch die Bulle
Quo Primum (vom hl. Pius V.) approbiert;
dies Dokument versichert ausdrücklich,
daß kein Priester wegen der Zelebration
derselben jemals belangt werden könne.
Dennoch wird der Erzbischof letztendlich
genau deshalb, weil er die neue Messe nicht
annimmt, 1976 vom Amt suspendiert. |
 |
Der immer offensichtlicher werdende Notstand
der katholischen Kirche in Glaubensverkündigung
und Sakramentenspendung, sowie der verheerende
Abfall zahlloser Geistlicher und die Hilferufe
aus aller Welt um treue Priester veranlassen
ihn, 1988 ohne direktes Mandat von Rom vier
Bischöfe zu weihen, um die traditionelle
Priesterausbildung zu sichern. (Rom hatte
ihm wohl Bischöfe versprochen, die
Ausführung aber immer wieder hinausgezögert
- offensichtlich in Erwartung des baldigen
Todes Erzbischof Lefebvres und des damit
erhofften Zusammenbruchs der Bruderschaft).
Daraufhin erklärt ihn der Hl. Stuhl
gegen geltendes Kirchenrecht für schismatisch. |
 |
Allen Anfeindungen zum Trotz wächst
die Bruderschaft weltweit mit dem offensichtlichen
Segen des Himmels, während sonst überall
die Berufungen schwinden. Die Bruderschaft
hat heute (Stand 2003) vier eigene Bischöfe,
über 440 Priester, 62 Laienbrüder. |
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Meister, wo
wohnst Du? Kommt und seht! (Jo 1,39)
Ordensbruder der Priesterbruderschaft St.
Pius X. |
 |
Nach dem Willen des Gründers, der
durch Gottes Gnade die Erfordernisse der
Zeit weise erkannt hat, ist das Ziel der
Bruderschaft - wie der Name besagt - das
katholische Priestertum, welches das ewige
Hohepriestertum Christi in Seinem Namen
fortsetzt, in erster Linie durch die Darbringung
des hl. Meßopfers und die Sakramentenspendung.
Das Hauptaugenmerk liegt also auf den Priesterseminaren
und den Schulen zur Heranbildung des geistlichen
Nachwuchses. Demgemäß ist dies
auch ein vornehmliches Einsatzgebiet unserer
Brüder, sei es in Liturgie, Kirchengesang
und Sakristei, sei es bei der Erteilung
von Katechismusunterricht, der Erziehung
der Schüler in den Internaten oder
auch in diversen Tätigkeiten hausmeisterlicher
Natur. |
 |
Die Bruderschaft hat dazu von überall
her Hilferufe von Katholiken um treue Priester
erhalten und Geistliche in alle Welt entsandt,
um der allgemeinen Not zu wehren. Diese
versehen nun von etwa 150 Prioraten aus
mehrere hundert Seelsorgszentren. So ergibt
sich auch hier ein reiches Arbeitsfeld für
den Bruder, ob als Schreiner, Hausbauer,
Pflanzer oder Mechaniker in den Missionsgebieten,
ob als Koch, Wirtschafter, Gärtner,
Sekretär oder Chauffeur in den Kulturländern
- überall steht er den Priestern im
Weingarten Gottes zur Seite und ist durch
seine Unkompliziertheit und Freundlichkeit
Trost für Geistliche und Gläubige. |
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Natürlich wird der Bruder nicht
ohne Vorbereitung entsandt. Ist der Bewerber
in das Postulat eingetreten (für den
deutschsprachigen Raum ist Postulat und
Noviziat im Priesterseminar Herz Jesu in
Zaitzkofen in Niederbayern), hat er innerhalb
des ersten Jahres die Möglichkeit,
die Bruderschaft 'von innen' kennenzulernen
und seine Berufung zu prüfen. Er erhält
dazu täglichen Unterricht und besondere
geistliche Formung, die sich bis nach dem
Noviziat erstreckt. In dieses tritt der
Postulant mit der Einkleidung am Michaelsfest
nach einem Jahr ein. Anschließend
an das ebenfalls einjährige Noviziat
legt er dreimal für je ein Jahr die
Ordensgelübde der Armut, der Keuschheit
und des Gehorsams ab. Es folgen zwei weitere
Etappen mit dreijährigen Gelübden,
bis dann nach zehn Jahren die Ewige Profeß
abgelegt werden kann. |
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Nach Beendigung des Noviziates wird der
neue Profeß-Bruder seiner zukünftigen
Aufgabe zugeteilt, wobei Neigungen und Eignung
nicht unberücksichtigt bleiben. So
kann es wohl vorkommen, daß einer,
der vor dem Eintritt Koch oder Tischler
war, nun ebenfalls schwerpunktmäßig
solche Arbeit tut - doch welch ein wesentlicher
Unterschied! Hat er früher um Geld,
um vergänglichen Lohn für die
Welt gearbeitet, setzt er heute seine Kräfte
im Dienste Gottes ein und alles Schaffen
wird zum Gebet und bringt übernatürlichen
Segen und Gewinn. |
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Hast Du schon einmal überlegt, ob
Du nicht Deinem Leben auf diese Weise einen
neuen, tiefen und ewigen Sinn geben möchtest?
Wenn Du bis etwa 30 Jahre alt bist und einen
Beruf erlernt hast - warum kommst Du nicht
einfach für einige Tage vorbei, um
unverbindlich mit uns zu leben, zu beten
und zu arbeiten, kurz, um das gottgeweihte
Leben und uns kennenzulernen? |
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Du bist allezeit herzlich
willkommen! |
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© 2006 Priesterbruderschaft
St. Pius X. - Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen |
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