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Briefe und Bücher / Wochenbrief Nr. 12 aus 2009 DruckversionDruckversion
 
Zaitzkofen, 12. Sep. 2009

Liebe Gläubige!

 

Am heutigen Fest des heiligsten Namens Mariä kehren unsere Seminaristen aus Ihren Sommerferien zurück, um morgen ihre jährlichen sechstägigen Exerzitien zum Anfang des neuen Studienjahres zu beginnen, die heuer von Herrn Pater Biedermann, Prior des Priorats von Kleinwallstatt gepredigt werden. Die lange Sommerpause diente den Studenten gewiss zur verdienten Erholung, gab ihnen aber auch reichlich Gelegenheit, sich in die praktische Seelsorge einzuüben, insbesondere durch ihre Mithilfe bei insgesamt neun Ferienlagern. Darüber hinaus haben die Seminaristen des dritten und vierten Jahres im August ihren Rommonat verbracht, der von Herrn Pater Wodsack unserem ausgewiesenen Romspezialisten, unter Mithilfe von Herrn Pater Kasteleiner mit großem Engagement geleitet wurde. Durch das intensive Studium der Geschichte und der kulturellen Reichtümer der ewigen Stadt und den Besuch deren unzähliger Heiligtümer wachsen die zukünftigen Priester in den Geist der Romanität hinein und festigt sich ihre unverbrüchliche Liebe zum Zentrum und Herz der Christenheit, Sitz des apostolischen Stuhls.

Für diesen Herbst erwarten wir sechs neue Seminaristen und einen Bruderpostulanten. Unsere Seminargemeinschaft wird sich damit leicht vergrößern und neben den sechs Priestern 23 Seminaristen, 11 Brüder und drei Oblatinnen sowie zwei Laien, die im Seminar wohnen, umfassen.

Gerne darf ich Sie bitten, den Segen Gottes auf das neue Studienjahr herabzuflehen, damit die für das Leben der Kirche so wichtige Ausbildung zukünftiger Priester und Ordensleute inmitten all der Schwierigkeiten der heutigen Zeit und bei aller menschlichen Begrenztheit gut gelinge.

Mit dem Start des Schuljahrs beginnen auch wieder der Katechismusunterricht für die Kinder (ab 20. September) und die Glaubensvorträge für Jugendliche und Erwachsene (ab 4. Oktober), jeweils sonntags zwischen 9.00 und 9.50 Uhr.

Beginn der theologischen Gespräche in Rom

Als eines der wohl wichtigsten kirchlichen Ereignisse in diesem Herbst ist ohne Zweifel der Beginn der angekündigten theologischen Gespräche zwischen dem Vatikan und der Priesterbruderschaft Pius X. zu betrachten. Ginge es bloß um die Klärung theologischer Streitfragen oder das Ausräumen von Missverständnissen, müsste man diesen Gesprächen kaum große Beachtung schenken. In Wirklichkeit aber birgt der zu behandelnde Gegenstand eine ungeheure Brisanz, da bezüglich des zweiten Vatikanischen Konzils und der nachkonziliaren Reformen zwei Standpunkte aufeinanderprallen, die kaum entgegengesetzter sein könnten: Von offizieller kirchlicher Seite wird im Vatikanum II ein vollumfänglich katholisches Konzil erblickt, das sich nahtlos in die Reihe aller allgemeiner Kirchenversammlungen einreiht und das nach den Worten Pauls VI. die gleiche, in einem gewissen Sinne sogar noch höhere Bedeutung wie die übrigen Konzilien beanspruchen dürfe. Ein deutscher Bischof meinte, die Gespräche würden darum vor allem dazu dienen, den Piusbrüdern „theologischen Nachhilfeunterricht“ zu erteilen, der ihrem mangelhaften Verständnis des Konzils Abhilfe schaffen soll. – Für Erzbischof Lefebvre hingegen war die Konzilsaula des Petersdoms Schauplatz einer gigantischen innerkirchlichen Revolution, indem durch geschickte Manöver glaubenszerstörende liberale Prinzipien in die Konzilsdokumente eingeschleust wurden, welche zu den Sprengsätzen wurden, welche den nachkonziliaren Zusammenbruch herbeiführten, der in seinem Ausmaß in der ganzen Kirchengeschichte keine Parallele findet. Mgr. Lefebvre und etliche andere Konzilsväter wie Kardinal Ottaviani wiesen bereits auf dem Konzil auf diese – bei fehlender Gegensteuerung – zu erwartende tragische Entwicklung hin, die sich mit der gleichen Logik vollziehen musste, wie ein Krebsgeschwür zum Ruin eines Körpers führt. Darum sah sich Erzbischof Lefebvre und seine Bruderschaft im Gewissen verpflichtet, jene Teile des Konzils, die mit dem katholischen Glauben nicht vereinbar sind, insbesondere die neuen Lehren über die Religionsfreiheit, den Ökumenismus und die Kollegialität, entschieden zurückzuweisen, weil die höchsten Güter der Kirche auf dem Spiel stehen, der Glaube und die Sakramente.

Gerne wünschen wir den sich nun anbahnenden Gesprächen besten Erfolg und beten inständig für ein gutes Gelingen. Bei realistischer Einschätzung der Lage müssen wir aber doch annehmen, dass sie sich als sehr schwierig erweisen und längere Zeit andauern werden. Doch bei Gott ist kein Ding unmöglich. Setzen wir darum mit umso größerem Eifer den Gebetskreuzzug der 12 Millionen Rosenkränze fort, zu welchem unser Generaloberer aufgerufen hat. Möge die gütigste Gottesmutter, die Überwinderin aller Häresien, die Teilnehmer der theologischen Gespräche erleuchten und mit himmlischer Weisheit erfüllen. Der Kirche ist ja verheißen, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwinden werden. Also wird eines Tages auch die schrecklichste und bedrohlichste aller Häresien, der Modernismus, überwunden werden und die Wahrheit überall wieder neu aufleuchten und der Kirche einen wahren Frühling bescheren.

Mit priesterlichem Segensgruß
 
Ihr P. Stefan Frey
 
 
Der Liberalismus und das Konzil

Nachfolgend sei aus dem Rundbrief von S. E. Erzbischof Lefebvre an die Freunde und Wohltäter vom 3.9.1975 zitiert, in welchem er lichtvoll das oben erwähnte Eindringen des Liberalismus in das II. Vatikanische Konzil darlegt. Vor 34 Jahren geschrieben, sind seine Zeilen durch die Ereignisse der Folgezeit in dramatischer Weise bestätigt worden.

[…] Kann man vernünftigerweise und soll man tatsächlich sich einem Konzil und seinen Reformen entgegenstellen? Kann man überdies und soll man sich den Befehlen der Hierarchie widersetzen, die dazu auffordert, dem Konzil und allen offiziellen nachkonziliaren Richtlinien zu folgen?

Hier liegt das schwere Problem, das sich heute, zehn Jahre nach Beendigung des Konzils aus Anlaß der Verurteilung von Ecône unserem Gewissen stellt.
Es ist unmöglich, diese Fragen erschöpfend zu beantworten, ohne zugleich eine übersichtliche Darstellung der Geschichte des Liberalismus und des liberalen Katholizismus im Verlauf der letzten Jahrhunderte vorzulegen. Man kann die Gegenwart nur durch die Vergangenheit erklären.

Die Prinzipien des Liberalismus
Zunächst sei in kurzen Worten eine Definition des Liberalismus gegeben, dessen typischestes historisches Beispiel der Protestantismus ist: Der Liberalismus will den Menschen von jeglichem Zwang, den er nicht will, oder nicht aus sich selbst bejaht, befreien.

Die erste Befreiung ist diejenige, die die Intelligenz von jeglicher objektiven, auferlegten Wahrheit befreit. Die Wahrheit sei unterschiedlich anzunehmen je nach den Individuen oder Gruppen von Individuen, sie ist also notwendig geteilt. Die Wahrheit wird gemacht und gesucht ohne Ende. Niemand könne behaupten, er habe sie ausschließlich und zur Gänze. — Man ahnt, wie sehr das gegen Unseren Herrn Jesus Christus und gegen Seine Kirche gerichtet ist.

Die zweite Befreiung ist jene von einem Glauben, der uns Dogmen aufzwingt, die endgültig verbindlich definiert sind und denen sich die Intelligenz und der Wille unterwerfen müssen. Nach der liberalen Lehre müssen die Dogmen der Prüfung durch die Vernunft und durch die Wissenschaft unterworfen werden, und das immer von neuem angesichts des wissenschaftlichen Fortschritts. Es sei deshalb unmöglich, eine für alle Zeiten definierte Offenbarungswahrheit zuzulassen. — Man beachte den Gegensatz dieses Prinzips zur Offenbarung Unseres Herrn und zu Seiner göttlichen Autorität.

Die dritte Befreiung schließlich ist jene vom Gesetz. Nach der liberalen Lehre schränkt das Gesetz die Freiheit ein und legt ihr zuerst einen moralischen und schließlich einen physischen Zwang auf. Das Gesetz und seine Zwänge seien gegen die Menschenwürde und gegen die Würde des Gewissens. Das Gewissen sei das höchste Gesetz.

Der Liberale verwechselt Freiheit und Freizügigkeit. Unser Herr Jesus Christus ist das lebendige Gesetz, da Er das Wort Gottes ist. — Man ermesse nur, wie tiefgehend der Gegensatz des Liberalen zu Unserem Herrn ist.

Konsequenzen des Liberalismus
Die liberalen Prinzipien haben die Zerstörung der Seinsphilosophie und die Zurückweisung jeglicher genauen Bestimmung der seienden Dinge zur Folge, um sich in den Nominalismus oder den Existentialismus und den Evolutionismus einzuschließen. Alles sei der Veränderung, dem Wechsel unterworfen.

Eine zweite, gleich schwere, wenn nicht schwerere Konsequenz ist die Leugnung des Übernatürlichen, die Leugnung der Erbsünde, der Rechtfertigung durch die Gnade, des wahren Beweggrundes für die Menschwerdung, die Leugnung des Kreuzesopfers, der Kirche und des Priestertums. Alles im Werk, das Unser Herr vollbracht hat, wird verfälscht und zeigt sich in einer protestantischen Auffassung von der Liturgie des heiligen Meßopfers und der Sakramente, die nicht mehr die Anwendung der Erlösung auf die Seelen, auf jede einzelne Seele zum Ziel haben, um ihr die Gnade des göttlichen Lebens zu verleihen und sie durch die Zugehörigkeit zum Mystischen Leib Unseres Herrn auf das ewige Leben vorzubereiten. Anstelle dieses Zieles gilt vielmehr von jetzt ab als Zentrum und Beweggrund die Zugehörigkeit zu einer menschlichen Gemeinschaft. Die gesamte Liturgiereform hat den Charakter dieser Richtung.

Eine dritte Konsequenz ist die Leugnung jeglicher persönlichen Autorität, obwohl diese immer Teilhabe an der Autorität Gottes ist. Die Menschenwürde verlange, daß der Mensch nur dem unterworfen sei, dem er zustimmt. Da jedoch eine Autorität für das Leben der Gesellschaft unabdingbar ist, wird nur eine Autorität anerkannt, die durch die Mehrheit genehmigt wurde, denn sie bedeutet die Übertragung der Autorität der zahlenmäßig meisten Individuen auf eine Person oder eine bezeichnete Gruppe, welche Autorität aber immer nur von der Majorität delegiert bleibt.

Diese Prinzipien und ihre Folgen, die die Freiheit des Denkens, die Freiheit der Lehre, die Freiheit des Gewissens, die Freiheit der Wahl der Religion, alle jene falschen Freiheiten fordern und die den bloß weltlichen Charakter (die Laizität) des Staates, die Trennung von Kirche und Staat voraussetzen, sind seit dem Konzil von Trient ohne Unterlaß von den Nachfolgern Petri, und schon vom Konzil von Trient selbst, verurteilt worden.

Fortsetzung folgt.
 
 
Gottesdienstordnung für die Zeit vom 13.9.2009 bis 27.9.2009
So 13.9. Fünfzehnter Sonntag nach Pfingsten – II. class.
  8:00 Uhr hl. Messe
  10:00 Uhr lev. Hochamt
  17:00 Uhr Vesper mit Sakramentsandacht
Mo 14.9. Fest Kreuzerhöhung – II. class.
  6:50
Uhr ges. Amt
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:00 Uhr Sakramentsandacht mit Rosenkranz
Di 15.9. Fest der Sieben Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria – II. class.; Gedächtnis des hl. Nikomedes, Martyrers; Patrozinium der Oblatinnen der Priesterbruderschaft St. Pius X.
  6:50 Uhr ges. Amt
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:00 Uhr Sakramentsandacht mit Rosenkranz
Mi 16.9. Fest des hl. Kornelius, Papstes und Martyrers und des hl. Cyprian, Bischofs und Martyrers; Gedächtnis der hll. Euphemia, Jungfrau, Lucia und Geminianus, Martyrer
  6:50+7:30 Uhr hl. Messe
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:00 Uhr Sakramentsandacht mit Rosenkranz
Do 17.9. Wochentag; Gedächtnis der Stigmatisierung des hl. Franz von Assisi, Bekenner
  6:50+7:30

Uhr hl. Messe

  17:15 Uhr Abendmesse
  18:00 Uhr Sakramentsandacht mit Rosenkranz
Fr 18.9.

Fest des hl. Josef von Cupertino, Bekenner

  6:50+7:30 Uhr hl. Messe
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:00 Uhr Sakramentsandacht mit Rosenkranz
Sa 19.9. Fest des hl. Januarius, Bischofs und Martyrers, und seiner Gefährten, Martyrer
  6:50+7:30 Uhr hl. Messe
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Rosenkranz
So 20.9. Sechzehnter Sonntag nach Pfingsten – II. class.
  8:00 Uhr hl. Messe
  10:00 Uhr lev. Hochamt
  17:00 Uhr Vesper mit Sakramentandacht
Mo 21.9. Fest des hl. Matthäus, Apostels und Evangelisten – II. class.
  6:50 Uhr ges. Amt
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Rosenkranz
Di 22.9. Fest des hl. Thomas von Villanova, Bischofs und Bekenners; Gedächtnis der hll. Mauritius und Gefährten, Martyrer
  7:15 Uhr Kommunitätsmesse
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Rosenkranz
Mi 23.9. Quatembermittwoch – II. class.;  Gedächtnis des hl. Linus, Papstes und Martyrers; Gedächtnis der hl. Thekla, Jungfrau, Martyrin
  7:15 Uhr stille hl. Messe
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Rosenkranz
Do 24.9. Wochentag; Gedächtnis der allerseligsten Jungfrau Maria vom Loskauf der Gefangenen
  6:50 Uhr ges. Amt: Votivmesse vom Hl. Geist
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Sakramentsandacht
Fr 25.9. Quatemberfreitag – II. class.
  7:15 Uhr Kommunitätsmesse
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Kreuzweg
Sa 26.9. Quatembersamstag - II. class.;  Gedächtnis des hl. Cyprian, Martyrers und der hl. Justina, Jungfrau und Martyrin
  7:15 Uhr Kommunitätsmesse
  17:15 Uhr Abendmesse
  18:30 Uhr Rosenkranz
So 27.9. Siebzehnter Sonntag nach Pfingsten – II. class.; Ewige Anbetung in der Priesterbruderschaft St. Pius X.
 

8:00

Uhr hl. Messe

  10:00 Uhr lev. Hochamt, anschl. Aussetzung des Allerheiligsten bis nach der Vesper
  18:00 Uhr Vesper mit Sakramentsandacht
 
Beichtgelegenheit: An Sonn- und Feiertagen ab 7:45 Uhr und auf Anfrage
Katechismus-Unterricht: sonntags von 9:00 – 9:45 Uhr, ab dem 20. September
 
 
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