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Zaitzkofen, Karwoche 2009 |
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Es gibt im menschlichen Leben hier auf Erden einen geheimnisvollen Widerspruch, der für viele rätselhaft bleibt, nämlich die untrennbare Verbindung von Freude und Leiden. Einerseits birgt jede Freude einige Wermutstropfen in sich, andererseits konnte der hl. Paulus bezeugen, dass er inmitten aller Trübsal überströme vor Freude (2 Kor 7,4). Die Kirchenväter gehen in ihren Osterpredigten gerne auf dieses seltsame Paradoxon ein und geben natürlich auch des Rätsels Lösung an: Sie ist im Geheimnis des heiligen Leidens und der glorreichen Auferstehung Christi begründet. Karfreitag und Ostern bilden die unauflösliche Einheit des Werkes unserer Erlösung. Ohne Leidenskampf kein Ostersieg. Das gilt auch für das christliche Leben, das ja eingewurzelt ist in das Leben unseres Erlösers. Darum konnte der hl. Leo d. Gr. sagen: „Freu dich, gläubige Seele! Erkenne deine eigene Ehre im Ruhm dessen, der in dir wirkt. Ist es doch deine Pflicht, gerne mit dem zu leiden, der für alle gelitten hat.“
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Diese Einheit von Kreuz und Auferstehung finden wir im hl. Messopfer – der Erneuerung des Erlösungswerkes – auf wunderbare Weise verwirklicht. Im Offertorium bringen wir uns mit Christus vorbehaltlos zum Opfer dar, um in der hl. Kommunion an der siegreichen Kraft seines verklärten Lebens innigsten Anteil zu empfangen. Aus dieser Quelle aller Gnaden entstand die erlöste Christenheit, eine Zivilisation der Ehrfurcht und der Liebe.
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Der moderne Mensch wollte diese Wahrheit des Erlösungsgeheimnisses nicht mehr akzeptieren. Er legte sich ein Christentum zurecht ohne Kreuz und Buße, ohne Anstrengung und Opfer. Entsprechend schuf er eine des Opfers entleerte Liturgie, ein plattes Gedächtnismahl der fröhlichen Gemeinschaft. Er wollte das in sich Unmögliche, die Wirkung ohne die Ursache, die Frucht (der Osterfreude) ohne den Baum (des Kreuzes). Wer so wirklichkeitsblind lebt, muss die schmerzlichen Konsequenzen tragen: Der Traum einer Spaßgesellschaft verflüchtigt sich vor der bitteren Realität der sich anhäufenden gesellschaftlichen Probleme, die keine Lösung mehr finden. Ohne das erlösende Kreuz bleiben die Menschen in der Sklavenschaft der Sünde, und das Leben wird zur Hölle. Und dabei gäbe es doch eine einfache und unfehlbare Rettung aus diesem verhängnisvollen Irrweg: die Rückkehr der Menschen zu unserem anbetungswürdigen, gekreuzigten und auferstandenen Erlöser! Diese Rückkehr, die geistige Auferstehung der Völker zu erflehen muss darum Inhalt unserer steten Gebete, unserer Sorgen und Bemühungen sein.
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Das hl. Osterfest entflamme Sie mit brennender Liebe zu Jesus, erfülle Sie mit heiliger Begeisterung für seine Nachfolge, auf dass wir so mitwirken dürfen an der Bekehrung der Seelen zum einzigen Erlöser der Welt, der als König der Liebe seine milde Herrschaft in allen Herzen und über alle Völker aufrichten und sie in sein Reich der ewigen Herrlichkeit führen möchte.
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