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Briefe und Bücher / Wochenbrief Nr. 06 aus 2007 DruckversionDruckversion  
 
Zaitzkofen, den 24. März 2007

Brief an die Freunde des Kreuzes
 
Liebe Gläubige!

Das Goldene Buch des hl. Ludwig Maria Grignon von Montfort enthält den überaus kostbaren „Brief an die Freunde des Kreuzes“, dessen Lektüre ich Ihnen für die Passionszeit herzlich empfehle. Mit flammenden Worten ruft uns der Heilige darin auf, der Einladung des Herrn zu seiner Nachfolge Gehör zu verleihen und ihr Folge zu leisten. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz und folge mir!“ Diese Worte enthalten nach Grignon die ganze Vollkommenheit des christlichen Lebens, welche demnach in vier Dingen besteht:

  1. im festen Willen, heilig zu werden – „Wer mein Jünger sein will“;
  2. in der Entsagung – „der verleugne sich selbst“;
  3. im Leiden – „er nehme sein Kreuz“;
  4. im Handeln – „und folge mir“.

In beredter Sprache erschließt der hl. Ludwig Maria dem Leser das Geheimnis des Kreuzes, legt ihm seine verborgene Herrlichkeit und Kraft dar und ermuntert ihn, großherzig in dieses Geheimnis „einzutreten“ durch die Vereinigung mit dem leidenden Herrn. Im zweiten Teil seines Briefes gibt er 14 wertvolle Verhaltensregeln, wie man das Kreuz tragen soll, denn es genügt ja nicht, zu leiden, man muss es in der richtigen Weise tun. In der Folge seien einige dieser „Tipps“ zitiert:

1. Wert der kleinen Kreuze

Machen Sie sich die kleinen Kreuze noch nutzbarer als die großen. Gott schaut ja nicht so sehr auf die Größe der Leiden, als auf die Art und Weise, wie man leidet. Viel leiden und dabei schlecht leiden, heißt leiden wie ein Verdammter. Viel und mit Mut leiden, aber für eine schlechte Sache, heißt als Martyrer Satans leiden. Wenig oder viel, aber für Gott leiden, heißt als Heiliger leiden. Wenn man unter den Kreuzen einmal wählen kann, soll man lieber die kleinen und verborgenen als die großen und in die Augen fallenden wählen.
Handeln Sie demnach wie der Kaufmann mit seiner Geldkasse; benützt alles, verliert kein Stückchen vom rechten Kreuz, wäre es auch nur ein Fliegen- oder Nadelstich oder etwas Widerwärtiges von seiten des Nachbarn, eine kleine Beleidigung durch Verachtung, der kleine Verlust eines Pfennigs, eine kleine Seelenunruhe, ein kleines körperliches Unbehagen, ein kleiner Schmerz usw. Ziehen Sie aus allem Gewinn, wie der Kaufmann in seinem Laden, und Sie werden bald reich sein an Verdienst vor Gott wie jener an Geld, indem er Pfennig für Pfennig in seiner Kasse hinterlegt. Bei der kleinsten Widerwärtigkeit, die Ihnen begegnet, sagen Sie: „Gott sei gelobt! Mein Gott, ich danke Dir. – aus Liebe zu Dir. Für die Rettung der Sünder!“
Dann bergen Sie im Gedächtnis Gottes gleichsam wie in einem Goldschrank das Verdienst Ihres Kreuzes und denken Sie nicht mehr daran, es sei denn, um Gott von neuem zu danken und sich seiner Barmherzigkeit zu empfehlen.

2. Aus seinen Fehlern Nutzen ziehen

Wenn Sie aus Unwissenheit oder selbst aus eigener Schuld einen Fehler begangen haben, der Ihnen Kreuz und Leid bereitet, so verdemütigen Sie sich sofort unter der mächtigen Hand Gottes, ohne sich zu beunruhigen, indem Sie innerlich sagen: „Das ist, o Herr, wieder einer meiner Streiche.“ 
Und wenn in dem Fehler, den Sie begangen haben, eine Schuld verborgen liegt, so nehmen Sie die daraus folgende Verdemütigung gerne als Buße und Verdemütigung hin. Liegt aber keine Schuld vor, so nehmen Sie sie als Verdemütigung Ihres Stolzes bereitwillig entgegen. Oft, ja sehr oft läßt Gott zu, daß seine größten Diener, welche im Gnadenleben am höchsten stehen, auch selbst törichte Fehler begehen, um sie in ihren Augen und vor den Menschen zu verdemütigen, um sie vor stolzen Gedanken zu bewahren, damit „kein Fleisch sich rühme vor dem Herrn“.

3. Die Heiligen sind zu bewundern, nicht immer nachzuahmen

Es hat Heilige gegeben oder andere hervorragende Personen, die um Kreuz und Leid, Verachtung und Verdemütigung gebeten und danach gesucht, bisweilen sogar durch ein absonderliches Verhalten sich derartiges selbst verschafft haben. Da dürfen und sollen wir die außerordentliche Wirkung des Heiligen Geistes in solchen Seelen bewundern und uns beim Anblick so erhabener Tugend vor uns selbst verdemütigen.

Zur Nachahmung ihres Beispiels sind wir indes keineswegs verpflichtet, nicht einmal befugt, da wir nicht so hoch fliegen können wie sie und im Vergleich zu diesen schnellen Adlern und diesen brüllenden Löwen nur furchtsame Hasen und lahme Hunde sind.

4. Um die Weisheit des Kreuzes bitten

Sie können und sollen jedoch um die Weisheit des Kreuzes bitten, zumal sie die verborgensten Geheimnisse im Lichte des Glaubens schauen läßt. Diese geheimnisvolle Wissenschaft des Kreuzes erlangt man aber nur durch mühevolle Arbeit, tiefe Verdemütigungen und eifrige Gebete.
Gewiß sehnen auch Sie sich danach, Ihr Kreuz mit Mut zu tragen und den Bitterkeiten des Lebens einen süßen Geschmack abzugewinnen.
Gewiß verlangen auch Sie nach jenem starken Geist der Wissenschaft des Kreuzes, der bei allem Leid nur Gott sucht und seine Vaterhand auch in schwerster Heimsuchung dankbar küßt. Wollen Sie wahrhaft diesen Geist erwerben, der die Seele der Freundschaft Gottes würdig macht, so bitten Sie beharrlich, vertrauensvoll und stark darum. Unfehlbar werden Sie ihn erwerben und aus Erfahrung klar erkennen, wie es möglich ist, daß man das Kreuz verlangen, suchen und freudig tragen kann.

5. In welcher Gesinnung wir leiden sollen

Nehmen Sie sich in acht, zu glauben, daß Ihr Kreuz ein großes sei und Ihnen als deutliches Zeichen dafür diene, daß Gott besondere Liebe zu Ihnen hege. Dieser Fallstrick geistigen Stolzes ist zwar sehr fein und zart, aber auch sehr gefährlich und verhängnisvoll.
Seien Sie fest davon überzeugt, daß unser Stolz und unsere Eigenliebe uns nur zu leicht verleiten, einen Strohhalm für einen Balken, einen Hautritz für eine schwere Wunde, eine Maus für einen Elefanten, ein kleines, in die Luft gesprochenes Wort, ein Nichts für eine schreckliche Beschimpfung und grausame Beleidigung zu halten.

Seien Sie versichert, daß Gott, mag er auch noch so viel Kreuz und Verdemütigung schicken, Sie doch noch unendlich mehr schont im Hinblick auf die Zahl und Größe Ihrer Sünden, die Sie doch im Lichte der Heiligkeit Gottes betrachten sollten, welche nichts Unreines duldet, von Ihnen aber aufs gröbste verletzt wurde. Erwägen wir nur das Maß und die Schwere unserer Sünden, Fehler und Mängel angesichts unseres am Kreuze sterbenden und wegen unserer Missetaten mit Schmerzen beladenen Gottes und angesichts einer ewigen Hölle, die wir tausendmal, vielleicht zehntausendmal verdient haben.

6. Jedes Kreuz annehmen

Entschließen Sie sich, teure Freunde des Kreuzes, alle Arten von Kreuz ohne Ausnahme und ohne Auswahl zu tragen: jede Armut, jede Ungerechtigkeit, jeden Verlust, jede Krankheit, jede Verdemütigung, jeden Widerspruch, jede Verleumdung, jede Trockenheit, jede Verlassenheit, jeden inneren und äußeren Schmerz, indem Sie immer denken: „Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit.“

Bereiten Sie sich also darauf vor, von Menschen und Engeln, gewissermaßen selbst von Gott verlassen, von allen verfolgt, beneidet, verraten, verleumdet, herabgesetzt und aufgegeben zu werden; Hunger, Durst, Mangel, Entbehrung, Verbannung, Gefängnis, den Galgen und Martern aller Art zu leiden, ohne daß Sie dieses alles durch die Verbrechen verdient hättet, die man Ihnen zur Last legt. Bei all diesem Leid seien Sie fest davon überzeugt, daß das die höchste Stufe göttlicher Ehre sowie reinen Glücks eines wahren und vollkommenen Freundes des Kreuzes ist.

7. Sich nicht beklagen

Klagen Sie nie freiwillig und mit Murren über die Geschöpfe, derer Gott sich bedient, um Sie zu schlagen. Man muss in dieser Beziehung drei Arten von Klagen in den schweren Heimsuchungen und Leiden unterscheiden.
Als erste ist die unfreiwillige und natürliche Klage zu nennen. Es ist jene des Körpers, welcher seufzt, klagt und weint; bleibt die Seele, wie ich sagte, dem Willen Gottes dabei ergeben, so ist keine Sünde vorhanden.
Die zweite Klage ist die vernünftige, wenn man sich beklagt und sein Übel aufdeckt vor denen, welche helfen können, z.B. vor einem Oberen oder dem Arzt; diese Klage kann unvollkommen sein, wenn sie zu ungestüm ist, aber sie ist keine Sünde.
Die dritte Klage ist die sündhafte, wenn man sich über den Nächsten beklagt, um sich von dem Übel zu befreien, das man von ihm zu erdulden hat, oder um sich an ihm zu rächen. Sündhaft ist es auch, wenn man unnötig, oder gar in ungeduldigen und mürrischen Worten über seine Schmerzen jammert und klagt.

8. Danken für das Kreuz

Empfangen Sie ein Kreuz stets in demütiger und dankbarer Gesinnung.
Wie schön ist das Beispiel jener armen Frau, welche nach Verlust ihres gesamten Vermögens für die ihr noch bleibenden Heller eine Messe lesen ließ, um Gott für seine Heimsuchung zu danken!“Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gnadenreiche und fruchtbare Passionszeit der liebenden Vereinigung mit dem leidenden Heiland und seiner schmerzhaften Mutter.

Dornenkrönung
P. Stefan Frey

 

Gottesdienstordnung für die Zeit vom 25.3.2007 bis 9.4.2007
 

So

25.3.

Passionssonntag – I. class.; Todestag S.E. Erzbischof Marcel Lefebvres, des Gründers der Priesterbruderschaft St. Pius X.

 

8:00

Uhr hl. Messe

 

9:00

Uhr Glaubensvortrag

 

10:00

Uhr lev. Hochamt

 

17:00

Uhr Vesper mit Sakramentsandacht

Mo

26.3.

Fest Mariä Verkündigung – I. class.; Gedächtnis des Wochentages

6:50

Uhr lev. Hochamt

 

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:00

Uhr Vesper und Sakramentsandacht mit der Ganzhingabe an Jesus durch Maria nach dem hl. Ludwig-Maria Grignon von Montfort

Di

27.3.

Wochentag; Gedächtnis des hl. Johannes von Damaskus, Bekenners und Kirchenlehrers

 

6:50

Uhr lev. Requiem zum 16. Todestag S.E. Erzbischof Marcel Lefebvres

 

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Rosenkranz

Mi

28.3.

Wochentag; Gedächtnis des hl. Johannes von Capistran, Bekenners

 

7:15

Uhr stille hl. Messe

 

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Rosenkranz

Do

29.3.

Wochentag

 

7:15

Uhr Kommunitätsmesse

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Sakramentsandacht

Fr

30.3.

Wochentag; Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariä

 

7:15

Uhr Kommunitätsmesse

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Kreuzweg

Sa

31.3.

Wochentag

 

7:15

Uhr Kommunitätsmesse

 

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Rosenkranz

So

1.4.

Palmsonntag – I. class.

8:00

Uhr hl. Messe

 

9:30

Uhr Palmweihe und Prozession, anschl. lev. Hochamt

17:00

Uhr Vesper mit Sakramentsandacht

Mo

2.4.

Montag in der Karwoche – I. class.

 

7:15

Uhr Kommunitätsmesse

 

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Rosenkranz

Di

3.4.

Dienstag in der Karwoche – I. class.

 

7:15

Uhr Kommunitätsmesse

 

17:15

Uhr Abendmesse

 

18:30

Uhr Rosenkranz

Mi

4.4.

Mittwoch in der Karwoche – I. class.

 

7:15

Uhr Kommunitätsmesse

 

16:30

Uhr Matutin und Laudes (bis ca. 18:45 Uhr)

 

20:45

Uhr Komplet

Do

5.4.

Gründonnerstag – I. class.

 

6:30

Uhr Prim und Betrachtung

 

9:00

Uhr Ölweihmesse; Zelebrant: S.E. Weihbischof Richard Williamson

 

18:00

Uhr Abendmahlsamt mit Predigt, anschl. Komplet und bis 24:00 Uhr
Anbetung in St. Anna

Fr

6.4.

Karfreitag – I. class.

 

7:30

Uhr Matutin und Laudes (bis ca. 9:45 Uhr)

11:30

Uhr Kreuzweg, anschl. Sext

 

15:00

Uhr Karfreitagsliturgie mit Heilig-Grab-Feier, anschl. Komplet und bis
21:30 Uhr Anbetung in St. Anna

Sa

7.4.

Karsamstag – I. class.

 

7:30

Uhr Matutin und Laudes (bis ca. 9:25 Uhr); anschl. Anbetung in St. Anna bis 12:00 Uhr

 

21:00

Uhr Osternachtsfeier mit Laudes

So

8.4.

Ostersonntag Resurrexi – I. class. mit Oktav I. class.

8:00

Uhr hl. Messe

10:00

Uhr Pontifikalamt von S.E. Weihbischof Richard Williamson

17:00

Uhr Pontifikalvesper mit Sakramentsandacht

Mo

9.4.

Ostermontag – I. class.

7:20

Uhr lev. Hochamt

9:00

Uhr hl. Messe

17:30

Uhr Abendmesse

 
Beginn der Ferien für die Seminaristen, die bis einschließlich 21. April dauern.
 

Beichtgelegenheit: An Sonn- und Feiertagen ab 7:45 Uhr und auf Anfrage

Katechismus-Unterricht: Sonntags von 9:00 – 9:45 Uhr (Ausnahmen: Palmsonntag, Ostersonntag, während der Ferien und am Guthirtsonntag, den 22. April)

 
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