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Briefe und Bücher / Wochenbrief Nr. 2 aus 2006

Heilmittel für die heutigen Zeitübel - Neujahrsgedanken Teil II

Kommen wir nun zur zweiten Losung. Sie soll uns schützen vor der Denaturierung des Lebens, vor der künstlichen Scheinwelt, die der moderne, dem Schöpfer entfremdete Mensch aufgebaut hat.

Es ist wirklich erschreckend festzustellen, wie viele Menschen den Bezug zur Natur, zur realen Welt immer mehr verlieren. Stundenlang pro Tag surfen sie im Internet, vertreiben ihre Zeit mit Computerspielen, mit Fernsehen. Und es ist sicher nicht zufällig, dass die neuesten Kinofilme genau diesen Trend unterstützen. Die teuersten und erfolgreichsten Filme aller Zeiten sind so genannte Fantasy-Filme wie Harry Potter, die ein Milliarden-Publikum in eine unwirkliche Phantasiewelt der Zauberei und Magie einführen. Eine Phantasiewelt, die aber nach und nach mit der Wirklichkeit verwechselt wird. Denn diese Filme haben ja tatsächlich einen Bezug zur real existierenden Magie und Zauberei. Und so sehen wir, wohin diese Flucht in eine Scheinwelt führt: zur Verehrung Satans und seiner Macht.

Mit der neuen Scheinwelt schafft man sich auch neue Gesetze. Man will die gottgesetzten Naturgesetze nicht mehr, sondern neue, die der neuen Welt entsprechen. Man will die Ordnung und die Grenzen der Natur nicht mehr respektieren. Die 10 Gebote gelten nichts mehr. Man will die Freizügigkeit in allem. Alles soll erlaubt sein: Unkeuschheit, Homosexualität, Abtreibung, Sterbehilfe, Verwerfung der Autorität. Der Vater ist nicht mehr Haupt der Familie, die Mutter nicht mehr Herz, das Kind nicht mehr Kind. Der Mensch macht sich zum Herrn der Schöpfung.

Diese Denaturierung führt den Menschen vollends zum Ruin. Denn er kann sich nur in Harmonie mit der Schöpfung entfalten. Der Mensch ist so, wie er von Gott geschaffen ist. Gott weiß ja am besten, was der menschlichen Natur entspricht, nach welchen Gesetzen sich der Mensch am besten entfaltet. Zwingt man ihm eine neue Natur und neue Gesetze auf, muss er früher oder später zugrunde gehen. Darum die rasante Zunahme von gescheiterten Existenzen, psychisch Kranken.

Gegen diese Zeitkrankheit kann es nur eine Losung geben: Zurück zur Natur! (im richtigen Sinn). Bemühen wir uns so gut es geht, in Harmonie mit der Natur zu leben. Pflegen wir in den Familien die Naturverbundenheit. Lernen wir die Schönheiten und die Wunder der Schöpfung erkennen und schätzen.

Meiden wir die irreale Phantasiewelt der Computer, des Fernsehens und der modernen Filme. Dies alles ist Gift für die Seelen, v.a. für die jungen Seelen.

Harmonie mit der Natur bedeutet auch Harmonie mit den Naturgesetzen und den 10 Geboten. Gott hat die Gesetze so weise geregelt, dass sie unserer Natur entsprechen und uns glücklich machen.

Lassen wir uns nicht beeindrucken von den modernen Scheinwerten, die nur auf die sinnlichen Genüsse abzielen, vor allem auf das Auslebung der Sexualität, was heute allgegenwärtig ist. Als ob der Mensch nur für die sinnlichen Genüsse geschaffen wäre. Nein. Der Mensch ist in erster Linie ein Geistwesen, darum ist er v.a. für die geistigen Werte geschaffen, die ihn Gott näher bringen.

Lassen wir uns darum nicht anstecken von der heutigen Unsittlichkeit. Bemühen wir uns um ein reines, keusches Leben. Scheuen wir den Kampf um diese königliche Tugend der Keuschheit nicht. Wenn dieser Kampf auch etwas kostet, der Sieg ist umso herrlicher. Unser Heiland hat ja verheißen: Selig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Eine tiefere Erkenntnis Gottes und einst die ewige Schau der Herrlichkeit Gottes ist also der Lohn für alle, die um ein reines Leben ringen, die sich nicht beflecken lassen von der allgegenwärtigen Unmoral.

Harmonie mit der Schöpfung Gottes, mit der Natur und den Naturgesetzen lautet also der zweite Leitspruch für das Neue Jahr.

Man verstehe mich aber nicht falsch. Es geht mir nicht darum, die moderne Technik in Bausch und Bogen zu verwerfen. Ein Computer kann seine guten Dienste leisten. Für unser Pfarrblättchen benützen wir auch Computer und technische Geräte.

Es gibt extreme Gruppierungen, die übers Ziel hinausschießen und behaupten: Computer = Teufel. Man darf das Kind nicht mit dem Bad ausschütten.

Nicht die Technik an sich ist schlecht, sondern der Missbrauch der Technik! Weil aber die Gefahr des Missbrauchs groß ist, müssen wir aufpassen. Wer einen Fernseher oder Internetanschluss zu Hause hat, weiß davon ein Liedchen zu singen, wenn er ehrlich ist. Wir dürfen uns nicht stärker wähnen, als wir sind!

Darum: Zurück zur Natur! Öffnen wir die Augen für die Schönheiten der Schöpfung. Eine mehrstündige Wanderung in Gottes Natur ist viel beglückender, viel erholsamer für Leib und Seele als ein mehrstündiges Untertauchen in die Scheinwelt des Bildschirms.

Um in der heutigen Zeit eine gesunde Beziehung zur Schöpfung zu bewahren bzw. wieder herzustellen, bedarf man eines ausgewogenen Urteils. Einerseits darf man sich nicht anstecken lassen, andererseits darf man aber auch den Bogen nicht überspannen. Dies gilt für alle Bereiche des Lebens.

Gott schenke uns Weisheit, um auch in schwierigen Zeiten ein gutes christliches Leben führen zu können. Gott ist mit uns!

Das göttliche Kind segne Sie! Sein Blut, am Tag seiner Beschneidung zum ersten Mal vergossen, heilige Ihre Seelen. Die Gottesmutter geleite Sie durch das neue Jahr, der hl. Josef schütze Sie.

So schreiten wir frohgemut ins neue Jahr, und mit kindlichem Vertrauen gehen wir den Weg, auf dem Gott uns führen wird. Amen.

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