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Hinweis: Ältere Ausgaben des Wochenbriefes finden Sie im Archiv.
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Zaitzkofen, 12. Juni 2010 |
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Liebe Gläubige! |
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Von Herzen dürfen wir Sie nochmals einladen zu den Feierlichkeiten der heiligen Priesterweihen und der Seminarprimizen der Neupriester am 26. bzw. am 27. Juni 2010. Am kommenden Freitag werden unsere Weihekandidaten in die Schweiz fahren, um sich in unserem Exerzitienhaus in Enney durch sechstägige Exerzitien auf ihren großen Gnadentag vorzubereiten. Gleichzeitig werden die übrigen Seminaristen ihre letzten Semesterprüfungen ablegen und es gewiss nicht versäumen, die damit verbundenen Mühen für ihre Mitbrüder „auf der Zielgeraden“ aufzuopfern. Gerne möchten wir Sie bitten, sich diesem Anliegen in Ihren Gebeten anzuschließen. |

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Da morgen zur Feier des Herz-Jesu-Festes in Rom das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Priesterjahr zum Gedenken des 150. Todestages des hl. Pfarrers von Ars seinen offiziellen Abschluss finden wird, wollen wir diese große heilige Priestergestalt zu Wort kommen lassen. In seiner einfachen Ausdrucksweise findet der hl. Johannes-Maria Vianney tiefgründige Worte, um die Bedeutung des Priestertums zu darzustellen. |
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Mit priesterlichem Segensgruß
Ihr P. Stefan Frey |
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„Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu“
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Dies Sakrament (der Priesterweihe) erhebt den Menschen bis zu Gott. Denn was ist der Priester? Ein Mensch, der die Stelle Gottes vertritt, ein Mensch, der mit allen Vollmachten Gottes bekleidet ist. „Geht“, sagt der göttliche Heiland zum Priester ... „Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch ... Alle Macht ist Mir gegeben im Himmel und auf Erden ... Gehet also und lehret alle Völker ... Wer euch hört, der hört Mich; wer euch verachtet, der verachtet Mich.“ |

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Wenn der Priester die Sünden vergibt, sagt er nicht: „Gott möge dir vergeben.“ Er sagt: „Ich spreche dich los.“ Bei der hl. Wandlung sagt er nicht: „Das ist der Leib unseres Herrn.“ Er sagt: „Das ist mein Leib.“ Der hl. Bernhard sagt, daß uns alles durch Maria gekommen ist; man kann aber auch sagen, daß uns alles durch den Priester gekommen ist; ja, alles Glück, alle Gnaden, alle himmlischen Gaben. Wenn wir nicht das Sakrament der Priesterweihe hätten, so besäßen wir nicht den lieben Heiland; denn wer ist es, der Ihn in den Tabernakel dort setzt? Es ist der Priester. Wer ist es, der eure Seele beim Eintritt ins Leben aufgenommen hat? Der Priester. Wer nährt sie, um ihr Kraft zu geben für die Pilgerreise? Der Priester. Wer bereitet sie vor auf den Hintritt zu Gott, indem er diese Seele zum letzten Male reinwäscht im Blute Jesu Christi? Der Priester, immer der Priester. Und wenn diese Seele zum Sterben kommt, wer wird sie auferwecken? wer ihr die Ruhe und den Frieden geben? Wiederum der Priester. Ihr könnt euch keine einzige Wohltat Gottes denken, ohne bei dieser Erinnerung dem Bilde des Priesters zu begegnen. Geht ihr zur allerseligsten Jungfrau oder zu einem Engel beichten, werden sie euch lossprechen? Nein. Werden sie euch den Leib und das Blut des Herrn reichen? Nein. Die heiligste Jungfrau kann nicht bewirken, daß die Hostie in Ihren göttlichen Sohn verwandelt wird. Hättet ihr zweihundert Engel da, sie könnten euch nicht lossprechen. Jeder Priester aber, auch der einfachste, kann es; er kann euch sagen: „Geht in Frieden; ich vergebe euch.“
O, wie ist der Priester etwas so Großes! Der Priester wird sich erst im Himmel begreifen. Begriffe man ihn auf Erden, so würde man sterben, nicht vor Schrecken, sondern vor Liebe. |
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Die anderen Wohltaten Gottes würden uns nichts nützen ohne den Priester. Wozu würde uns ein Haus voll Gold nützen, wenn wir niemanden hätten, der die Türe öffnete? Der Priester hat den Schlüssel zu den himmlischen Schätzen; er ist der Türhüter; er ist der Schatzmeister des lieben Gottes, der Verwalter Seiner Güter. |

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Der Priester ist nicht Priester für sich; er gibt nicht sich die Absolution, spendet sich die Sakramente nicht. Er ist es nicht für sich, er ist es für euch. Nach Gott ist der Priester alles ... Lasset eine Gemeinde zwanzig Jahre ohne Priester, und sie wird die unvernünftigen Tiere anbeten. Wenn der Herr Missionar und ich weggingen, würdet ihr sagen: „Was sollen wir in dieser Kirche? Unser Herr ist nicht mehr zugegen, die Messe wird nicht mehr darin gelesen, wir können ebensogut zu Hause beten.“ |

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Wenn man die Religion vernichten will, beginnt man damit, die Priester anzugreifen; denn dort, wo kein Priester mehr ist, gibt es auch kein Opfer mehr, und dort, wo es kein Opfer mehr gibt, ist auch keine Religion mehr.
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Wenn euch die Glocke zur Kirche ruft und man euch fragt: „Wohin geht ihr?“ so könnt ihr antworten: „Ich gehe, um meine Seele zu nähren.“ Und wenn man euch fragt mit Hinweisung auf den Tabernakel: „Was bedeutet diese vergoldete Tür?“ so lautet die Antwort: „Das ist die Speisekammer der Seele.“ „Wer hat den Schlüssel dazu, wer versorgt sie, wer bereitet das Festmahl, wer dient dabei?“ - „Der Priester.“
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„Und die Nahrung?“ - „Ist der kostbare Leib und das kostbare Blut unseres Herrn!“ O mein Gott, mein Gott, wie hast Du uns so lieb! |
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Betrachtet die Macht des Priesters! Das Wort des Priesters macht aus einem Stücklein Brot einen Gott! Das ist mehr, als die Welt erschaffen. Es hat mal einer gesagt: „Gehorcht denn die hl. Philomena dem Pfarrer von Ars?“ Gewiß kann sie ihm schon gehorchen, da der liebe Gott ihm gehorcht. Wenn ich einem Priester und einem Engel begegnete, so würde ich den Priester vor dem Engel grüßen. Der Engel ist ein Freund Gottes, der Priester aber Sein Stellvertreter. Die hl. Theresia küßte den Ort, wo ein Priester gegangen war. |
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Wenn ihr einen Priester seht, so könnt ihr sagen: „Dieser ist es, der mich zum Kinde Gottes gemacht und durch die hl. Taufe mir den Himmel geöffnet hat, der mich gereinigt hat und meiner Seele ihre Nahrung gibt.“ |
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Beim Anblick eines Kirchturms könnt ihr sagen: „Was ist dort?“ – „Der Leib unseres Herrn Jesu Christi!“ – „Warum ist Er dort?“ – „Weil ein Priester dort gewesen ist und die hl. Messe gelesen hat.“ |
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Welche Freude hatten die Apostel nach der Auferstehung unseres Herrn, als sie ihren Meister wiederhatten, den sie so innig liebten! Der Priester muß dieselbe Freude haben; denn er ist bei unserm Herrn, da er Ihn in seinen Händen trägt. Man legt einen großen Wert auf die Gegenstände, welche zu Loreto in der Schüssel der heiligsten Jungfrau und des Jesukindes gelegen haben. Aber die Priesterfinger, welche das anbetungswürdige Fleisch Jesu Christi berührt haben, welche in den Kelch getaucht sind, worin Sein hl. Blut war, in den Speisekelch, worin Sein hl. Leib war, sind die nicht viel kostbarer? |
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Der Priester ist die Liebe des Herzens Jesu. Wenn ihr einen Priester sehet, so denket an unsern Herrn Jesus Christus. (Hl. Pfarrer von Ars) |
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Erklärung des Priesterseminars Herz Jesu zu den bevorstehen-den Weihen am 26. Juni 2010 |
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Bischof Gerhard Ludwig Müller bezeichnete die für den 26. Juni in unserem Seminar geplanten Priesterweihen als „Provokation“ und „Akt des Schismas“. Diese harsche Kritik des Regensburger Oberhirten irritiert nicht nur durch ihren scharfen Tonfall, sondern schießt auch am Ziel völlig vorbei. Seit geraumer Zeit verlaufen die offiziellen Gespräche zwischen dem Vatikan und der Priesterbruderschaft in einem sehr freundschaftlichen und konstruktiven Klima. Von Anfang an war klar, dass erst nach Abschluss dieser theologischen Gespräche die noch offenen kirchenrechtlichen Fragen – wie eben auch das Problem der Weihen – gelöst werden. Daran wird auf beiden Seiten mit ganzer Energie gearbeitet. |
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Es ist darum unverständlich, wie Bischof Müller in den bevorstehenden Weihen einen Akt der Rebellion gegen die kirchliche Hierarchie erblicken kann. Bereits im Dezember sind in unseren Seminaren in Argentinien und Australien Priester geweiht worden, ohne dass der Prozess der Verständigung mit Rom in geringster Weise beeinträchtigt worden wäre. Solche Weihen gehören wesentlich zum Leben einer kirchlichen Gemeinschaft, und dieses Leben abzuwürgen, lag niemals in der Absicht des Heiligen Vaters. |
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Es wäre zu wünschen, dass Bischof Müller sich künftig mit den zuständigen Gremien in Rom absprechen würde, damit nicht weitere Querschüsse in der Öffentlichkeit dem Dialog mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. und somit dem Dienst an der Einheit Schaden zufügen. |
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Zaitzkofen, 4. Juni 2010 |
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P. Stefan Frey, Regens |
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